Der Ausblick auf Cyber-Bedrohungen für die britische Industrie im Jahr 2026

Die britischen Hersteller treten in eine Phase ein, in der die Cyber-Resilienz untrennbar mit der betrieblichen Leistung verbunden ist. In den nächsten 12 Monaten wird sich der Erfolg nicht dadurch definieren, dass jeder Vorfall vermieden wird, sondern dadurch, wie schnell und sicher Unternehmen Störungen erkennen, eindämmen und wiederherstellen können, wenn sie auftreten. Der Aufbau von Widerstandsfähigkeit durch getestete Backups, die Absicherung von Zulieferern, klare Notfallpläne und die sichtbare Einbindung der Geschäftsleitung wird diejenigen, die erfolgreich sind, von denen unterscheiden, die unter Druck schwächeln.

Joeri Barbier, Verantwortlicher für Informationssicherheit, Getronics
Joeri Barbier, CISO,
Getronics

"In den nächsten 12 Monaten wird sich das Cybersicherheitsrisiko durch KI-gestützte Angriffe, zunehmende Konnektivität und geopolitische Unruhen verschärfen. Quantencomputing, Klimavolatilität und digitale Lieferketten fügen neue Risikoebenen hinzu, die die operative Widerstandsfähigkeit des gesamten Sektors auf die Probe stellen werden.

Was sich ändert

KI-Verstärkung: Angreifer nutzen jetzt KI, um die Erkundung zu automatisieren und überzeugende Phishing-Kampagnen zu erstellen. Erwarten Sie schnellere und gezieltere Angriffe, insbesondere über Zulieferer und Auftragnehmer.

Quantencomputer: Die Verschlüsselung wird durch Quanten noch nicht gebrochen, aber die Uhr tickt. Hersteller sollten damit beginnen, zu katalogisieren, wo Kryptographie kritische Daten schützt, und für die Zeit nach der Quantenumstellung planen.

Hyperkonnektivität: Das Wachstum von IoT und OT-IT-Konvergenz vergrößert die Angriffsfläche. Der Fernzugriff für Wartung und angeschlossene Lieferanten erhöht das Risiko von Quereinsteigern.

Geopolitik: Globale Spannungen führen zu mehr staatlich gelenkten und ideologisch motivierten Angriffen auf industrielle Ziele. Lieferketten sind sowohl ein Risikoträger als auch eine Chance für die Resilienz.

Klimastörungen: Extreme Wetterbedingungen können sich mit Cybervorfällen verbinden und die physischen Standorte, die Stromversorgung und die Datenwiederherstellung belasten.

Bio-Digitales Risiko: Vor allem in den Bereichen Biowissenschaften und Präzisionsfertigung verschärfen die Regulierungsbehörden die Vorschriften zum Schutz von Daten und geistigem Eigentum.

Ein Fabrikangestellter prüft die Fertigungsdaten eines Produkts auf einem Computer und veranschaulicht damit die IT/OT-Konvergenz in der Praxis.

Erwartete Auswirkungen im Jahr 2026

  • Mehr Ransomware-bedingte Betriebsunterbrechungen
  • Vermehrte lieferantenbezogene Kompromisse
  • Steigende Versicherungskosten und schärfere Kontrollen
  • Regulatorische Kontrolle im Rahmen des neuen UK Cyber Governance Code
  • Stärkere Verantwortlichkeit des Vorstands für die operationelle Widerstandsfähigkeit

Prioritäre 12-Monats-Aktionen

Für den Ernstfall gerüstet sein - gemeinsame OT/IT-Reaktionspläne aktualisieren und testen.

Sicherung der Lieferkette - Bewertung der wichtigsten Lieferanten im Hinblick auf die Cyberlage und die Sicherungsmaßnahmen.

Segmentierung und Schutz - Verstärkung der Netzwerkgrenzen und Einschränkung des Fernzugriffs.

Schließen Sie die Grundlagen - setzen Sie MFA durch, entfernen Sie veraltete Logins und schulen Sie Ihre Mitarbeiter gegen Phishing.

Verifizierung von Backups - unveränderliche Offline-Kopien kritischer Systemdaten aufbewahren.

Planen Sie für Quantum - beginnen Sie jetzt mit Ihrer kryptografischen Bestandsaufnahme.

Kontrolle der KI-Nutzung - Regeln Sie die Nutzung von KI-Tools durch Mitarbeiter und Anbieter, um Datenlecks zu vermeiden.

Berichterstattung nach oben - Bereitstellung von Cyber-KPIs für den Vorstand und Anpassung an den neuen Governance-Kodex.

10 Schlüsselkennzahlen für 2026

  1. Ausfallstunden aufgrund von Cybervorfällen: direkte Messung der betrieblichen Auswirkungen und des Umsatzrisikos.
  2. Mean Time to Detect (MTTD) / Mean Time to Respond (MTTR): Geschwindigkeit der Erkennung und Abwehr von Angriffen - entscheidend für die Widerstandsfähigkeit.
  3. % der Produktionssysteme mit verifizierten Offline-Backups: stellt sicher, dass SCADA/PLC, ERP und kritische Daten nach einem Zwischenfall wiederhergestellt werden können.
  4. Prozentsatz der Tier-1-Lieferanten, die auf Cyber-Risiken untersucht wurden: Einblick in die wichtigsten Abhängigkeiten in der Lieferkette und potenzielle Störungspunkte.
  5. Prozentsatz der Anbieter, die die Mindestsicherheitskontrollen erfüllen (MFA, Patches, Backups): Gewährleistet die Widerstandsfähigkeit der Lieferanten und verringert die Angriffsfläche.
  6. Erfolgsquote bei Phishing-Simulationen (% der Nutzer, die klicken / melden): Verfolgt die menschliche Anfälligkeit, den wichtigsten Vektor für KI-verstärkte Angriffe.
  7. Prozentsatz der durch MFA geschützten Systeme: misst die Abdeckung der Sicherheit von Zugangsdaten. Wesentlich gegen automatisierte Angriffe.
  8. Anzahl der abgeschlossenen OT/IT-Übungen zur Reaktion auf Zwischenfälle: zeigt die Einsatzbereitschaft für kombinierte cyber-physische Ereignisse.
  9. Trend des Rest-Cyber-Risikos (hoch/mittel/gering): aggregierter Risikoindikator auf Vorstandsebene; unterstützt die Anpassung von Governance und Versicherung.
  10. Erfolgsquote bei der Wiederherstellung von Sicherungskopien (%): Bestätigt die Wirksamkeit der Prozesse für die Geschäftskontinuität und die Wiederherstellung im Katastrophenfall.

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